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125 Jahre Feuerwehr Datteln

125 Jahre Feuerwehr Datteln

Die Freiwillige Feuerwehr Datteln wurde im vergangenen Jahr 125 Jahre alt. Dies haben wir mit mehreren Veranstaltungen und Übungen (siehe unten) über das Jahr verteilt gefeiert. Der Auftakt erfolgte am 14.Februar mit einem Festakt am Gründungsdatum in der Stadthalle.  Dattelns Feuerwehr-Chef Thomas Schalomon und Archivar Peter Korte entführten die geladenen Gäste auf eine Zeitreise in das Datteln des späten 19. Jahrhunderts.

Es waren 75 mutige Männer, die sich am 14. Februar 1892 im „Stollmannschen Locale“, einer Gastwirtschaft auf der Hohen Straße in etwa in Höhe des heutigen Tiggs, in die erste handgeschriebene Mitgliederliste eingetragen haben. Ganz freiwillig hatten sie diesen Schritt allerdings nicht getan...

Stadtbrandinspektor Thomas Schalomon präsentiert anlässlich des 125-jährigen Jubiläums das neue Feuerwehr-Logo, das nun auf allen Fahrzeugen zu sehen ist.

Bis zu diesem Tage war es nie zum einem katastrophalen Großfeuer gekommen. „Wenn es mal gebrannt hatte, konnte das Feuer nicht übergreifen“, erklärt Feuerwehr-Archivar Peter Korte. Das lag daran, dass Datteln im späten 19. Jahrhundert eher einer Bauerschaft als einer Stadt glich. Die einzelnen Gehöfte lagen weit auseinander und im Ortskern gab es große Gewässer wie den Mühlenbach, die immer (Lösch)Wasser führten.

Brach tagsüber ein Feuer aus, wurde das in der Regel schnell bemerkt. „Die Bürger haben dann selbst gelöscht“, so Stadtbrandinspektor Thomas Schalomon. Nachts blies der Nachtwächter mit seiner Pfeife Alarm. Dann eilten die Dattelner zum alten Amandus-Kirchturm. Dort standen bis zum Bau des ersten Gerätehauses (November 1830) die beiden Wasserspritzen. Die wurden per Hand bedient und auch zum Einsatzort gezogen. „Es gab zwar immer welche, die Gespanndienst mit ihren Pferden hatten, aber bis die dann am Einsatzort angekommen waren...“, so Peter Korte.

So auch am 14. Februar 1892. Just an dem Tag, als die mutigen Männer sich gemeldet hatten, schlugen in Ahsen Flammen aus. „Über Ahsen ist Feuerschein“, wurde damals gemeldet. „Vom Lokal sind sie dann zum Geräteschuppen gerannt“, so Korte. Doch der Weg ins Lippedorf war weit. Bis die Helfer dort ankamen, war das Feuer längst gelöscht.

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung in ganz Deutschland ein. In Datteln wurde Kohle entdeckt und gefördert. Die Stadt wuchs. Druck von der preußischen Gesetzgebung, die den Brandschutz per Einführung einer Feuerwehr sicherstellen wollte, wurde auf den Gemeinderat ausgeübt.

Doch Dattelns Herren sahen die Notwendigkeit nicht, bisher war immer alles gut gegangen. Die Satzung für eine Zwangsfeuerwehr lag schon beim Dattelner Amtmann Schrakamp, als sich die 75 mutigen Männer am 7. Februar erstmals trafen und nur eine Woche später die Freiwillige Feuerwehr gründeten. „Wäre die Zwangsfeuerwehr eingeführt worden, hätten alle 17- bis 60-Jährigen antanzen müssen. Wer nicht kam, musste mit Haftstrafen rechnen“, sagt Feuerwehr-Archivar Peter Korte

Die Veranstaltungen

Am Samstag, 29. April, lud der Löschzug Horneburg am Schloss zum Tanz unterm Maibaum ein. Zuvor wurde bei einem simulierten Unfall ein Prominenter mit Schere und Spreizer aus einem Auto gerettet.

Der Löschzug 2 (Stadtmitte) bekämpfte am 10. Juni ein Feuer und rettete Menschen an der ehemaligen Josefschule.

Das Löschboot kam bei einer Demonstration des Löschzuges 3 (Stadtmitte) am 8. Juli zum Einsatz. Dort wurde viel Wasser gepumpt und abgegeben.

Ins Lippedorf lud der Löschzug 4 (Ahsen) am 2. September. Dort wurde ein Einsatz mit gefährliche Stoffen gezeigt.

Im Rahmen des Verkehrssicherheitstages zeigte der Löschzug 1 (Stadtmitte) im Oktober, welche Mittel zur technischen Hilfeleistung zur Verfügung stehen.